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ELMA Moderator/in

Anmeldungsdatum: 09.04.2005 Beiträge: 1926
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Verfasst am: 11.02.2007, 11:17 • Titel: Bilder als Zeitzeugen |
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Bilder aus Kroatien als Zeitzeugen
Auf Anregung von aundk (Klaus) und Christl möchte ich diesen Thread eröffnen.
http://www.istrien.info/forum/thema12295.html
Es gibt zeitlose Fotos, die vor oder in 10 Jahren genauso schön gemacht werden können.
Es gibt aber auch unwiderbringliche Szenen, die einen Aspekt aus der Vergangenheit des Landes Kroatien spiegeln.
Viele schlummern in Diakästen und Fotoalben und werden oft nur noch wenig beachtet.
Sicher- es ist mühsam und mit Arbeit verbunden, Fotos und Dias zu scannen und zu digitalisieren. Das werden alle zu schätzen wissen.
Wäre es nicht dennoch ein interessantes Projekt, solche Bilder einmal zu zeigen, vielleicht um sie mit ähnlichen Bildern von heute zu vergleichen, oder ganz einfach auch nur, um zum Staunen, Kopfschütteln, Nachdenken, Lachen anzuregen?
Ich möchte ihn mit einem Beitrag beginnen, der wahrscheinlich nicht typisch für eine Erstbegegnung mit dem Land Kroatien ist, aber dennoch ein unwiderbringliches Dokument aus der jüngeren Vergangenheit darstellt.
Dalmatien während der Kriegszeit 1994
Meine erste Begegnung mit Kroatien war 1994 während der Kriegszeit. ( s. Bericht Seite 7 bei http://www.istrien.info/forum/thema11322.html)
Wir waren zu einer Zeit, in der die Kämpfe noch nicht beendet waren, mit LKWs in einem Hilfskonvoi in Richtung Zadar unterwegs.
Die Fahrt war sehr lang und sehr anstrengend ( ich fuhr zum ersten Mal in meinem Leben einen 7,5t LKW), und wir mussten die gesamte, teilweise von Panzerketten zerstörte Küstenstraße entlang fahren, weil die kürzere Strecke über Karlovac und Plitvice noch zu gefährlich war.
Hier ein paar Eindrücke von dieser Fahrt ( auf Fotos von den vielen zerstörten Häusern habe ich absichtlich verzichtet):
| ELMA hat folgendes geschrieben: |
| und nach 45stündiger Fahrt fuhren wir über die unbeleuchtete Maslenica-Pontonbrücke bis Zadar, wo ebenfalls viele Flüchtlinge untergebracht waren. |
Die Maslenicabrücke war einer der strategisch wichtigsten Punkte an der dalmatinischen Küste.
Sie war gesprengt worden. Als Hilfsbrücke war eine Pontonbrücke errichtet worden
Auf der Hinfahrt fuhren wir nachts über die Pontonbrücke, unbeleuchtet und ohne Scheinwerfer, da die Gefahr von Heckenschützen bestand.
Auf der Rückfahrt bei Tageslicht einige Tage später konnte ich diese Aufnahmen der Pontonbrücke machen.
Straße hinunter zum Novigradsko more. Die Straße zur Brücke wäre geradeaus gewesen.
Auffahrt auf die Behelfsbrücke
Über die wacklige Pontonbrücke, immer mit 50 m Abstand
Beim Ort Maslenica
Blick zurück zur Pontonbrücke, im Hintergund sind die Stahlträger der zerstörten Brücke zu erkennen.
Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, wo diese Aufnahme entstand. Posedarje? Vielleicht kann jemand helfen?
Auf dem Velebitgebirge im Hintergrund lag noch Schnee.
Im teilweise stark zerstörten und mit Flüchtlingen überfüllten Zadar hielten wir uns nicht lange auf. Nachdem wir unsere LKWs mit den Hilfsgütern in einer großen Halle des Roten Kreuzes abgeladen hatten, fuhren wir weiter nach Süden, nach Biograd na moru.
Ostern in Biograd;
Wie sieht es heute dort aus? Wer erkennt den einen oder anderen Platz, die eine oder andere Straße?
| ELMA hat folgendes geschrieben: |
| Zu unserer großen Freude wurden wir nach Drage, wenig südlich von Zadar, eingeladen, um dort 2 Tage in einem wunderschönen Ferienhaus am Meer zu verbringen, das in dieser Kriegszeit leer stand. |
Und hier wurde meine Neugier auf Kroatien geweckt. Wir wohnten in der leeren Siedlung in einem der Häuser direkt am Meer mit Blick auf die vielen Inseln.
Ich war noch nie zuvor in Jugoslawien gewesen.
Man erzählte uns von den Kornaten und von noch mehr traumhaft schönen Inseln weiter südlich.
Das war dann der Beginn unserer Liebe zu Dalmatien.
Bei den Bildern handelt es sich um gescannte Dias - die Unreinheiten auf manchen Fotos bitte ich zu entschuldigen.
Dass es eine Art Bericht mit Erklärungen wurde, liegt am Thema. Das soll kein Maßstab sein.
Auch einzelne Fotos können viel sagen und das Forum bereichern!
Gruß,
ELMA _________________ Campingplätze im Reiseführer
Süddalmatien im Forum
Nur auf das Ziel zu sehen, verdirbt die Lust am Reisen
( Friedrich Rückert)
Zuletzt bearbeitet von ELMA am 29.02.2008, 04:21, insgesamt einmal bearbeitet |
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aundk Moderator/in

Anmeldungsdatum: 10.04.2005 Beiträge: 1145
Wohnort: Osnabrücker Land
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Verfasst am: 11.02.2007, 13:36 • Titel: Re: Bilder als Zeitzeugen |
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Hallo ELMA,
da ist Dir ja ein eindrucksvoller Bericht gelungen, man könnte praktisch sagen: ein Zeitzeuge berichtet.
| Zitat: |
Es gibt aber auch unwiderbringliche Szenen, die einen Aspekt aus der Vergangenheit des Landes Kroatien spiegeln.
Viele schlummern in Diakästen und Fotoalben und werden oft nur noch wenig beachtet. ... Wäre es nicht dennoch ein interessantes Projekt, solche Bilder einmal zu zeigen, vielleicht um sie mit ähnlichen Bildern von heute zu vergleichen, oder ganz einfach auch nur, um zum Staunen, Kopfschütteln, Nachdenken, Lachen anzuregen? |
An dieser Stelle würde jeder Leser an lustige Begebenheiten aus den vergangenen Urlauben denken, Du aber hast mit Deinem Bericht die leider traurige jüngste Vergangenheit Kroatien/Dalmatiens ausgesucht.
| Zitat: |
| Ich möchte ihn mit einem Beitrag beginnen, der wahrscheinlich nicht typisch für eine Erstbegegnung mit dem Land Kroatien ist, aber dennoch ein unwiderbringliches Dokument aus der jüngeren Vergangenheit darstellt. Dalmatien während der Kriegszeit 1994. |
Hut ab vor dem, was von Dir und den anderen Helfern damals geleistet wurde!
| Zitat: |
Wir waren zu einer Zeit, in der die Kämpfe noch nicht beendet waren, mit LKWs in einem Hilfskonvoi in Richtung Zadar unterwegs.
Die Fahrt war sehr lang und sehr anstrengend ( ich fuhr zum ersten Mal in meinem Leben einen 7,5t LKW), und wir mussten die gesamte, teilweise von Panzerketten zerstörte Küstenstraße entlang fahren, weil die kürzere Strecke über Karlovac und Plitvice noch zu gefährlich war. |
Das Dankeschön für diese Hilfstätigkeit war für Euch sicherlich die freundliche Aufnahme durch die Menschen vor Ort.
Diese bleibenden Erinnerungen bedeuteten bei bei Dir dann der Beginn einer endlosen Freundschaft - die Liebe zu Kroatien und Dalmatien!
LG Klaus _________________ Wir sehen uns in Istrien!
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