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ELMA Moderator/in

Anmeldungsdatum: 09.04.2005 Beiträge: 1589
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Verfasst am: 01.02.2008, 14:10 • Titel: Montenegro : Ausflug in den Süden des Landes |
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Ausflug nach Ulcinj, wenige Kilometer vor der albanischen Grenze
Wenn man von Kroatien aus einen Ausflug nach Montenegro unternehmen möchte und ganz in den Süden führen will, dorthin, wo Montenegro schon stark an den Orient erinnert, dann sollte man sich mehrere Tage Zeit nehmen.
In der Vor- und Nachsaison kann man davon ausgehen, auch ohne vorherige Buchung an der Küste eine Unterkunft zu finden, im Juli und August gelingt dies nur mit etwas Glück.
Camping in Montenegro ist ein noch sehr vernachlässigter Tourismusbereich. Bis 2007 waren alle Campingplätze, die wir gesehen haben, in sehr veraltetem und schlecht gepflegtem Zustand.
Wir entschieden uns, einige Tage auf dem FKK Campingplatz Ada, kurz vor der albanischen Grenze zu bleiben und von dort aus Ausflüge zu unternehmen.
Der Platz war nicht voll und der 12 km lange Sandstand , der Velika Plaza, dürfte wohl zu den schönsten an der gesamten Adriaküste gehören.
Von Ada aus kann man mehrmals täglich mit dem Bus nach Ulcinj und zurück fahren. Oder man bestellt ein Taxi und handelt einen Preis aus ( ca 15 € hin und zurück, wahrscheinlich geht es auch billiger)
Bis in die Stadt sind es etwa 14 km.
Wir benutzen unseren Roller, den wir in unserem Wohnmobil mitgenommen hatten und genossen die luftige Fahrt vorbei an den typischen Fischernetzen.
Das Leben in Ulcinj im Hochsommer ist quirlig, laut, staubig, verkehrsreich. Einheimische leisten sich selten den gebührenpflichtigen Parkplatz in der Nähe des überdachten Marktes, so dass es leicht ist, dort einen Parkplatz zu finden ( 50 ct pro Std)
Am besten ist es, möglichst schnell das Fahrzeug abzustellen und zu Fuß zu gehen.
Da ist dann zunächst einmal die Hauptstraße hinauf zum Kreisverkehr, in der sich das Hauptgeschäftsleben abzuspielen scheint. Läden, Restaurants, Cafes werden durch Straßenhändler ergänzt, die alles anbieten: Feigen, Trauben, Häkeltischdecken, Schuhe, Unterwäsche, Modeschmuck, Uhren, Telefonkarten ........
Bettler haben wir nur in Ulcinj gesehen, sie waren jedoch nicht aufdringlich. Die Polizei zeigte deutliche Präsenz ( wie überall wo wir waren).
Kinder versuchten Geld zu verdienen, indem sie mit einer Personenwaage am Straßenrand standen und für 10ct Passanten wogen.
Im albanischen Viertel
Uhrenturm und Moschee
Altes moslemisches Grabmal mitten in der Stadt
Vom Kreisverkehr geht es hinab in Richtung Stadtstrand.
Hier befinden sich ebenfalls Läden, sowie Banken, wenige auch mit Bankomaten, und die Post.
Rechts eine Bank mit Geldautomat
Und am Ende der Straße packte mich großes Staunen und großes Entsetzen!
Der Stadtstrand - Mala Plaza!!
Es war erst Vormittag und immer noch strömten Menschen zum Strand und Autofahrer versuchten Parkplätze zu finden.
Die Polizei war vollauf beschäftigt, pausenlos Strafzettel hinter Wischerblätter zu klemmen.
Von einem höhergelegenen Strandcafe aus bestaunten wir das bunte Getümmel, das wir so nicht erwartet hatten. Man musste genau hinschauen, um noch etwas von dem schönen Sandstrand zu entdecken. Auf allen Ansichtskarten vom Stadtstrand, die wir vorher betrachtet hatten, war das nicht so zu sehen.
Interessant war der Besuch von Stari Ulcinj, auf einem Felsen direkt über dem Meer gelegen.
Die Altstadt hat eine lange Geschichte. Info: http://www.ulqini.de/Deutsch/SturmischeVergangenheit.htm
Noch ist die Stadt nach dem verheerenden Erdbeben von 1979 nicht wieder vollständig aufgebaut. Es gibt Restaurants in schönster Aussichtslage , ein neu erbautes Hotel, sowie Privathäuser in engen Gassen, die mit keinem Auto erreicht werden können.
Es gibt immer noch Teile in der alten Stadt, die nach dem Erdbeben noch nicht wieder vollständig aufgebaut wurden.
Hotel in Stari Ulcinj
Welch ein Kontrast- unten das laute Strandleben , hier oben Ruhe, luftige Ausblicke und nur wenige Menschen.
Und doch faszinierte mich immer wieder das bunte Bild unten am Mala Plaza.
Man kann in Ulcinj gut und preiswert essen, wenn man eines der kleinen Restaurants am Straßenrand wählt. Der moslemische Einfluss auf die Küche ist unverkennbar.
Mir schmeckten gefüllte Paprika für gerade mal 2,50 € und ein Liter Mineralwasser für 1€. Ein halber Liter Bier kostete 0,80 ct , ein Cappuccino 0,50 ct.
Immer wenn wir einige Stunden in Ulcinj waren, sehnten wir uns wieder zurück nach Ada.
Nicht immer fuhren wir bis in die Stadt zum Einkaufen.
Auf halber Strecke liegt der kleine Ort Donji Stoj. Auch hier wird wild gebaut – schöne Villen mit bewässeren Gärten, halb fertige, doch schon bewohnte große Appartmenthäuser, zahlreiche kleine Häuschen, in denen Zimmer vermietet werden.....Die Entfernung zum Velika Plaza beträgt etwa 1 bis 2 km.
Es gibt dort einen kleinen Markt, auf dem es alles gibt, was das Land im August bietet: Obst, Gemüse, fast alles einheimisch.
Hier versorgten wir uns mit frischen Tomaten , Trauben, Nektarinen, Pflaumen, Melonen, Paprika.....
Nach diesem Ausflug in das laute Ulcinj konnten wir „unseren“ Strand in Ada wieder besonders genießen.
ELMA _________________ Kennst Du unseren Reiseführer ? Mach auch mit!
Nur auf das Ziel zu sehen, verdirbt die Lust am Reisen
( Friedrich Rückert)
Zuletzt bearbeitet von ELMA am 15.03.2008, 21:49, insgesamt 2-mal bearbeitet |
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Me Moderator/in

Anmeldungsdatum: 31.07.2007 Beiträge: 932
Wohnort: 27755 Delmenhorst
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Verfasst am: 01.02.2008, 16:31 • Titel: |
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Hallo Elke,
wie immer exzellent geschrieben und auch
Deine Bilder, zeigen einen doch immer wieder
dass es noch einiges zu entdecken gibt!
Und wie man an Deinen Bildern erkennen kann,
kleiner Ort und schon ist man nicht mitten im
Getümmel!
Schöner Reisebericht!!!
LG Me _________________ http://www.orebic-peljesac.de
http://www.sueddalmatien-info.de
„Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst mehr als die Wahrheit.“
Joseph Joubert
Zuletzt bearbeitet von Me am 01.02.2008, 16:33, insgesamt einmal bearbeitet |
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wallbergler Premium-Mitglied

Anmeldungsdatum: 22.08.2006 Beiträge: 1278
Wohnort: Höhenkirchen-Siegertsbrunn
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Verfasst am: 01.02.2008, 18:20 • Titel: |
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Hallo Elke,
die beiden bisherigen Berichte Teil 1 und 2, wurden ja hier noch getoppt.
Was mich so fasziniert, ist ja, dass es eigentlich , wahrscheinlich bisher weitgehend unwissend, sich nicht als armes rückständiges Land präsentiert. Zum Einen zeigen die Teile 1 und 2 Ausschnitte vom Inneren des Landes, in dem wenn auch zaghaft ,Aufschwung zu sehen ist. Aber du streifst ja selbst das Thema, durch die Aussage, dass dort noch sehr viel vernachlässigt ist.
Zum Anderen profitiert ja wohl die Küstengegend, wie überall, am meisten. Man sieht viele neue Häuser, die Straßen sind vollgestopft mit Autos, und auch nicht mehr nur alte Karren. Da wird viel Geld hinuntergeschickt.
Insgesamt, sollte sich je die politische Lage stabilisieren, wäre das ein Traum fürs
Bereisen. Ich vermeide ausdrücklich , für den Massentourismus.
Die Anreise ist, außerhalb der individuellen Bereitschaft, derzeit noch Mühen auf sich zu nehmen, noch in den Kinderschuhen.
Von Dubrovnik aus mit dem Mietwagen und dann die Herbergssuche sind noch große Hemmschuhe für einen normalen Besuch, aber ausufernden Tourismus will keiner.
Und es sind noch zu viele Unwägbarkeiten , z.b. bei Pannen, Krankheit usw. in Betracht zu ziehen.
Im Ergebnis wäre es schon vom Breitengrad her die Möglichkeit, bis spät in den Nov. hinein wärmende Sonne zu genießen. Und solange Auswüchse des Pauschaltourismus vermieden werden, so lange ist noch die Gewissheit gegeben, die Urlaubskasse vor Ort zu schonen.
Danke für den abgerundeten Bericht
Helmut _________________ Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht.
(Fritz Grünbaum) |
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Reinhard Forum-Guide

Anmeldungsdatum: 25.05.2004 Beiträge: 365
Wohnort: Füssen im Allgäu
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