Huberlinger36 Häufiger Stammgast

Anmeldungsdatum: 01.09.2005 Beiträge: 383
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Verfasst am: 24.02.2008, 02:00 • Titel: 1983 als Kundschafter nach Jugoslawien |
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Seit dem Fiasko von 1974 waren neun Jahre vergangen. Wir hatten jedes Jahr mehrere Reisen gemacht und dabei Erfahrungen im Umgang mit einem Wohnwagengespann gesammelt. Die Hauptziele waren das dänische Festland, die Insel Fehmarn und fast jedes Jahr einmal die Insel Bornholm.
Dorthin fuhren wir ab Lübeck durch die glorreich vergangene DDR nach Saßnitz auf Rügen. Von da aus ging es per DDR-Fähre nach Rönne auf Bornholm. Über diese Reisen könnte ich ein Buch mit Anekdoten schreiben. Doch das gehört ja nicht hierher.
Doch soviel sei gesagt: Die DDR-Kontrolleure in Schlutup bei Lübeck waren echte Stinkstiefel.
Die auf Rügen machten ihren Job auch gründlichst, aber der Umgang war wesentlich menschlicher bzw. freundlicher.
Während der vergangenen Jahre hatten wir FFK-Baden schätzen gelernt. Besonders auf den weiträumigen Dünenstränden Bornholms. Dennoch galt bei der weiblichen Mehrheit noch der Grundsatz: FKK-Camping - niemals!
1983 standen Wien und Fehmarn auf dem Plan. Lust auf DDR-Grenzkontrollen hatten wir keine mehr. Im Sommer waren drei freie Wochen noch nicht verplant. Also erging der Beschluss: Vatern fährt als Kundschafter nach Jugoslawien.
Ich besaß zu der Zeit ein Motorrad MZ TS 250/1, ein DDR-Produkt. Ich hatte günstig das letzte Exemplar erwischt, welches der damalige Importeur Neckermann verkaufte. Damit hatte ich schon öfter Kurzreisen mit Minizelt unternommen. Nun stach mich der Hafer:
Ich wollte mit MZ und Zelt nach Jugoslawien.
Alles kam sehr plötzlich, für lange Vorbereitungen war keine Zeit. Also hauptsächlich Dosenbier und Dosensuppen (ich liebte sinnigerweise ''serbische Bohnensuppe'') besorgt und verladen. Freunde in München wurden zwecks Übernachtungsmöglichkeit angerufen. Alles klar, sie wollten mir zu Ehren eine Grillfete veranstalten.
Unglaublich, was alles an Gepäck unbedingt auf den Lastesel gepackt werden musste. Eins kam zu anderen. Der optische Eindruck war etwas abenteuerlich.
Am nächsten Vormittag der Start. Herrliches Wetter, nicht zu warm, nur leichter Wind. Gebührender Abschied, skeptischer Gesichtsausdruck bei den Damen. Der Hund pinkelte ans Vorderrad und dann ging es endlich los.
Zunächst zum Einfahren gemütlich über Landstraßen und dann bei Grasdorf auf die A 7. Die MZ knatterte munter im Zweitaktsound durch die Lande. In Kurven etwas wackelig! Wird schon noch, dachte ich mir.
Eingewöhnen ist alles. Ein Irrtum! Auf der Autobahn wurde die Fuhre ab Tacho 100 instabil. Leichte Windböen führten zu Schlangenlinien.
In Seesen gab ich nach eingehender Diskussion mit mir selbst resignierend auf. Die MZ war für lange Strecken mit soviel Gepäck ungeeignet.
Ich tuckerte wieder heim und überraschte meine Mädels beim Kaffeetrinken. Ungläubige Gesichter. Erkennbare Erleichterung,
dass der Ernährer heil wieder da war. Aber auch unqualifizierte Kommentare...
Fortsetzung folgt
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