Goldie Stammgast

Anmeldungsdatum: 15.03.2007 Beiträge: 155
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Verfasst am: 23.05.2008, 16:47 • Titel: Sonntags mit 2 langen Gespannen nach Kroatien |
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Jahr für Jahr sind wir stets an einem Mittwoch in den Urlaub gefahren. Mittwochs war u.E. das Verkehrschaos auf den Autobahnen nicht ganz so arg wie nach oder vor einem Wochenende.
Wir starten aus der Nähe von Hannover und haben die Wahl zwischen der A 7 und der A 2.
A 7 = viele Berge, viele Lkw´s, oft Überholverbot für uns, also alles, was ein flüssiges Fahren mit Gespann unmöglich macht.
A 2 (sog. Polen-Highway) = nicht bergig, aber Elefantenrennen auf allen 3 Fahrspuren und Lkw-Unfälle über Lkw-Unfälle, einer schlimmer als der andere, und das mit zunehmender Tendenz vor unserem letztjährigen Urlaub.
So kam es zu dem Entschluß:
Wir probieren es einmal an einem Sonntag über die A 2, denn sonntags gilt ja das Lkw-Fahrverbot auf den Autobahnen. Gesagt - getan.
Sehr früh am Sonntagmorgen ging es los, und zwar zusammen mit einem befreundeten Ehepaar. So waren wir unterwegs mit zwei großen US-WoMo´s & Bootsgespann = á ca. 17 m-Gespann.
Juhu!!! Die A 2 hatten wir zwischendurch immer wieder viele km lang ganz allein für uns. Wir hätten im Walzertakt fahren können. So konnte man natürlich richtig gut km hinter sich bringen. Wir waren in Hochstimmung und dachten: Wenn das so gut weiter geht, können wir es vielleicht schaffen, am späten Abend in Medulin anzukommen. (Bis dahin sind es für uns "nur" ca. 1300 km.) Natürlich wurde später die Autobahn durch die Sonntagsausflügler voller, was uns aber nicht störte.
Der Zeitpunkt für die erste Rast kam und damit die Ernüchterung. Der angefahrene Parkplatz war rappeldicke voll. Lkw´s standen schon in der Zufahrt und auch in der Auffahrt zur Autobahn. So ging das weiter. Wir grasten einen Parkplatz nach dem anderen ab. Noch nicht einmal für ein Gespann gab es einen Parkplatz, geschweige denn für unsere beiden Gespanne. Sah es aus der Entfernung so aus, als sei zwischen den Lkw´s etwas frei, stellte sich beim Näherkommen heraus, dass ein Pkw mit einer winzigen Knutschkugel oder einem kleinen Anhänger im Schlepp mitten in der Spur stand und sie so völlig blockierte. Der eine oder andere hatte sogar Tisch und Stühle rausgestellt! - Diese Parkplatzsuche kostete Zeit und Nerven.
Und dann hatten wir ja auch noch unsere Hunde dabei, die langsam aber sicher quasi schon die Beine zusammenkniffen, weil ihre Pipi-Gehzeit lange überschritten war.
Unsere Hochstimmung verflog natürlich, ebenso der Gedanke, es bis zum späten Abend nach Medulin schaffen zu können.
Unsere Pausen waren sehr kurz und bestanden gezwungenermaßen aus einem verkehrswidrigen Halten. Unter diesen Umständen blieb auch die Kühlschranktür zu, denn selbst auf die leckeren Sachen darin hatten wir keinen Appetit.
Nun mußten wir doch wieder übernachten. Das dürfte auf der Rastanlage Feistritz wieder kein Problem sein, denn diese Anlage ist sehr groß, und wir fanden dort stets problemlos einen Parkplatz. Als wir dort eintrafen, stand auch da Lkw an Lkw. Machte aber nichts, denn für Gespanne gab es dort keine Ge- oder Verbotsschilder. Weiße Parkstriche waren nur insofern erkennbar, dass man erahnen konnte, dass es solche früher wohl einmal gab. Der Parkstreifen, auf dem sich ein Gespann nach dem anderen nebeneinander einreihte, war für uns zu kurz. Machte nichts. Es gab noch einen eingefaßten langen Grünstreifen. Davor befanden sich, sehr schwach erkennbar, wohl auch einmal weiße Parkstriche. Dort parkten längsseits schon zwei Lkw´s. Wir stellten uns mit einem völlig guten Gefühl dazu, machten einen ausgiebigen Spaziergang mit unseren Hunden und gingen hinterher in der Raststätte richtig gut essen. Gute Laune stellte sich wieder ein, zumal wir am nächsten Tag ja auch nur noch wenige Stunden bis Medulin fahren mußten.
Langsam aber sicher machte sich Müdigkeit bemerkbar und wir brachen auf. Als wir aus der Tür traten, trauten wir unseren Augen nicht. Umringt von vielen aufgebrachten Leuten (darunter auch weinende Kinder) stand dort ein "Peterwagen". Ein Polizist hatte sich darin eingesperrt. Sein Kollege, begleitet von aufgebrachten Leuten, lief auf dem Parkplatz herum und fotografierte jedes geparkte Gespann. Mehrere Gespannfahrer brachen völlig hektisch auf und versuchten, irgendwie durch die Menge zu kommen, um den Parkplatz verlassen zu können. Von den Leuten sprach nur einer, und das waren alle gemeinsam. So konnten wir nicht verstehen, worum es bei diesem Chaos überhaupt ging. Erst als wir näher an den Polizisten herangekommen waren hörten wir ihn immer und immer wieder lauthals schreien: "Alle, alle bekommen eine Anzeige wegen Falschparken."
Alle folgten, weiterhin wild durcheinander redend, dem Polizisten, als er sich auf unsere Gespanne zu bewegte. Aber keiner stand ihm im Wege, als er auch diese fotografierte. Der einzige, für die Umstehenden gut verständliche Kommentar meines Mannes dazu: "Au fein. Unser erstes Urlaubsfoto. Hoffentlich wird es gut."
Das war´s für uns. Wir gingen in aller Seelenruhe schlafen.
Auf die Anzeige waren wir richtig gespannt, aber sie ist bis zum heutigen Tage nicht bei uns eingetroffen.
Für uns heißt es nicht: Immer wieder sonntags ...,
sondern: Sonntags nie  _________________ Gruß Wolfgang & Monika
Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen. |
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Jadranska magistralna Stammgast

Anmeldungsdatum: 13.02.2004 Beiträge: 166
Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 23.05.2008, 20:41 • Titel: |
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Tja, das sind die folgend der EU und des Wahnsinns der freien Warenverkehrs. Entweder hat man diese Sch... Dinger auf der Straße oder sie blockieren alle Parkplätze...
Trotzdem, ihr hattet keinen Unfall. und das ist gut so!
lg, Thomas. |
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