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Montenegro: Sommer 2008 > Anreise und Ada

 
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ELMA
Moderator/in
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Anmeldungsdatum: 09.04.2005
Beiträge: 2090


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BeitragVerfasst am: 20.09.2008, 22:14    Titel: Montenegro: Sommer 2008 > Anreise und Ada

Montenegro : Sommer 2008 > Teil 1> Anreise und Ada

Zu Pfingsten 2003 haben wir Montenegro zum ersten Mal für uns entdeckt - touristisch wenig erschlossen, vom Krieg weitgehend verschont und noch mit dem seltsamen Charme der bis 1990 "sozialistischen" Urlaubskultur.
Berichte dazu siehe hier
Nach 1990 war Touristenstrom aus dem westlichen Ausland weitgehend zum Erliegen gekommen.

Uns faszinierte neben den alten Städten Herzeg Novi, Perast, Kotor, Budva ,Stari Bar, usw vor allem auch die wunderschöne Landschaft.
Jahr für Jahr veränderte sich das Land ein wenig.

Und so besuchten wir im Sommer 2008 Montenegro zum 7. Mal – gespannt, was uns als Campinggäste in diesem Jahr erwarten würde.
In keinem Jahr zuvor waren die Veränderungen stärker zu sehen und zu spüren als 2008, dem ersten Jahr nach der Selbstständigkeit.
Quo vadis Montenegro?

Das erste, was uns erwartete, war die Ökosteuer.



10 Euro für PKW
30 Euro für Wohnmobile
Bezahlen müssen nur die Ausländer…. Einheimische PKWs sind davon befreit…..

Wohin entwickelt sich das Land, das war eine Frage, die sich uns plötzlich aufdrängte.

Erschreckend, was sich im Norden des Landes entlang des Küste in einem Jahr getan hat.
Ausverkauf des Landes???

Die Bilder von Bilder von Budva, Becici und Milocer sprechen für sich.

Budva



Becici





Hotel Splendid – ganz von einer Mauer umgeben.
Es ist nahezu unmöglich, an den Strand zu gelangen, wenn man nicht Hotelgast ist.





Bei Becici



Am Straßenrand dicht an dicht Werbung von Immobilienmaklern- meist in russischer Sprache



Bei Milocer





Das idyllische Sveti Stefan wird zur Zeit umgebaut und dann?





Die protzige Bautätigkeit wurde weniger , je weiter wir nach Süden kamen.

Unser Ziel war die Insel Ada, südlich von Ulcinj.

Aber auch bei Ulcinj: rege Bautätigkeit.
Bauruinen, halb fertige große Häuser, aber auch teure Villen in amerikanischem Stil:







Das Problem scheint zunehmend die Infrastruktur zu werden: Strom, Wasser, Abwasser, Müllentsorgung.

An manchen Tagen fiel stundenlang der Strom aus , die Wasserversorung war auch nicht rund um die Uhr gesichert. Der Umgang mit Müll ist weiterhin problematisch- hier muss sich offensichtlich auch noch im Bewusstsein der Bevölkerung einiges ändern. Plastik, Papier, Glas werden häufig noch einfach in der Landschaft entsorgt ( obwohl wir hier schon eine leichte Verbesserung beobachten konnten, man sieht immer wieder, dass Müll entlang der Straßenränder eingesammelt wird).



Unser Ziel war die Insel Ada.

Auf der gesamten Strecke ab Herzeg Novi konnten wir keinen einzigen neuen Campingplatz entdecken.

Solche, wie z.B. Jaz nördlich von Budva werden zwar noch besucht, aber nicht mehr gepflegt.
In Zonen aufgeteilte Hotelstrände machen sich an den Traumstränden breit.



Camping ist für das neue Tourismuskonzept der Regierung Montenegros kein Thema mehr .
Man setzt auf „Qualitätstourismus“ und da scheint Camping nicht dazu zu gehören.

Siehe Beitrag hier

Und so erwartete uns der Campingplatz Ada fast unverändert, so wie wir ihn seit 5 Jahren kennen.
Einzige Veränderung : Neue Warmwasserboiler in den Duschen, neue Duschköpfe und ein um 20 Prozent höherer Preis.

10 Gründe, weshalb wir trotzdem dorthin fahren

Grund 1:

Ein Campingplatz, auf dem man zum Nachbarn problemlos einen Abstand von 20-30m haben kann.

Da wir mit unserem Wohnmobil autark waren, konnte ich auch die völlig unzureichenden sanitären Einrichtungen auf dem Campingplatz gut ertragen.



Grund 2:

Ein wunderschöner, 12 km langer Sandstrand ( im FKK Teil auch täglich gereinigt und überwacht)

Frühmorgens am FKK Strand





Direkt am Meer: Die Bungalowanlage Bojana Lux – unweit des Campingplatzes



Gründe 3 bis 5:


Sauberes Meer mit einem flach abfallenden Strand

Ein nicht überlaufener Strand, an dem man leicht ein Plätzchen für sich finden kann

Viele Möglichkeiten für stundenlange Spaziergänge entlang des Meeres -
Erholung pur

Sobald man sich aus dem Bereich des überwachten FKK Platzes hinaus begibt, kann man kilometerweit am Strand entlang gehen und trifft dabei immer wieder auf (friedliche) Rinder, die auch die Abkühlung in Meeresnähe genießen.

Der dunkle Sand soll schwach radioaktiv sein und heilende Wirkung besitzen.

Leider wird dieser große Strandanschnitt nicht gereinigt und der gesamte, meist vom Meer angeschwemmte Zivilisationsmüll sammelt sich in den Dünen.















Die südliche Bojanamündung, Grenze zu Albanien – einsame Strände



Am nördlichen Arm der Bojana

Manche Einheimische besitzen schöne Wochenendhäuser an der Bojana.



An der Bojanamündung

Hier herrschte rege Badetätigkeit.
Vor allem an den Wochenende kommen viele Einheimische mit ihren Booten hierher, um einen Urlaubstag zu genießen.

Sand ohne Ende…










Grund 7:


An der Bojana gibt es noch Fischrestaurants mit guter Küche und (noch) moderaten Preisen.







Vorne an der Brücke über die Bojana ( außerhalb des von Security Guards bewachten Bereichs) hat die neue Zeit schon begonnen: Restaurants teilweise in russischer Hand, sehr hohe Preise, Abend für Abend überfüllt….









Grund 8

Problemloses Einkaufen auf dem nahe gelegenen Markt Donji Stoj mit vielen einheimischen Produkten.





Die beiden wollten nach meinem Einkauf unbedingt, dass ich sie fotografiere…



Grund 9

Abwechslung in der quirligen Stadt Ulcinj mit dem fast orientalischen Flair
An der Milenabrücke gibt immer noch die typischen Netze, die Kalimere , die sich in regelmäßigen Abständen in Wasser senken .

Viele der Anlagen werden jedoch inzwischen nicht mehr benützt, beginnen morsch zu werden und fallen zusammen. Schade.





Markt und Restaurants in der Nähe der Brücke







Unübersehbar ist der Einfluss der großen albanischen Bevölkerungsgruppe



Grund 10

Ausflugsmöglichkeiten

An einem Tag machten wir einen Motorradausflug zum Skutarisee.



36 Grad – die Sicht war sommerlich diesig und selbst der Fahrtwind auf dem Motorrad brachte keine Abkühlung.



Abstecher nach Shasi , einer Ruinenstadt in der Nähe des gleichnamigen kleinen Sees an der albanischen Grenze.