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KZ Kampor > Gedenkstätte auf der Insel Rab

 
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Hartmut
Forum-Administrator
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Anmeldungsdatum: 07.04.2004
Beiträge: 5804


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BeitragVerfasst am: 12.10.2008, 11:41    Titel: KZ Kampor > Gedenkstätte auf der Insel Rab

Gedenkstätte KZ Kampor

Mit der uns zugewiesenen Reiseleiterin Bobana ging es zunächst zur Gedenkstätte des ehemaligen KZ Kampor.
Dank ihrem Wissen und Engagement erfuhren wir sehr viel.

An der Straße von Banjol nach Kampor erkennt man an der linken Straßenseite zwei Hinweise,

welche man bei fehlenden Sprachkenntnissen bzw. Hintergrundwissen falsch deuten könnte.


Hier zweigt ein asphaltierter Weg ab. Da der Weg für den Bus zu schmal war, stiegen wir an der Straße aus und gingen gute 100 m zu Fuß bis zum Gedenkfriedhof.

Neben dem Friedhofseingang mit integrierter Gedenkstätte befindet sich außerhalb eine dreisprachige Gedenktafel.


Nach dem Zugang hörten wir unserer Reiseleiterin aufmerksam zu.



Am 07. Juli 1942 wurde in Ljubljana durch den italienischen General Mario Roatta das KZ Kampor auf der Insel Rab ausgerufen.
Es wurde in der fruchtbaren Ebene zwischen den Buchten Sv. Eufemija und Kamporska draga angesiedelt.



Am 27. Juli 1942 wurden die ersten Inhaftierten ins Lager nach Kampor deportiert.
Das Lager bot Platz für bis zu 15.000 Gefangene. Inhaftiert wurden vornehmlich Slowenen, zudem auch Kroaten und Juden. Etliche Gefangene wurden zu Zwangsarbeiten herangezogen.
Im Winter 1942 verstarben zahlreiche Gefangene wegen fehlenden Behausungen und der mangelnden hygienischen Zustände und einem Hochwasser. Mit dem Bau von Baracken wurde erst zu Beginn des Jahres 1943 begonnen.
Im September 1943 wurde das Lager von innen heraus befreit.


Nach dieser geschichtlichen Einführung betraten wir den Friedhof.


Hier ein Beispiel für die Vielzahl der Grabstätten.


1955 errichtete Edo Ravniker auf dem Friedhof zum Gedenken an das ehemalige Konzentrationslager KZ Kampor der italienischen Okkupationsmacht eine Gedenkstätte.

In einem der runden Steinbehälter lag der Lagerplan, den ich am Anfang dieses Beitrages zeige.


Innerhalb der Gedenkstätte befindet sich diese Mosaikwand von Marij Pregelj.


Die zahlreichen Darstellungen der Mosaikwand wurden uns von unserer Reiseleiterin verdeutlicht.

Vorweg muss man sagen, dass die Kapitolinische Wölfin als Symbol für Rom bzw. Italien steht.
Die Kapitolinische Wölfin gilt als Mutter der Römer, da sie die Brüder Remus und Romulus, die Begründer Roms großzog. Diese Bronzestatue findet man heutzutage im Konservatorenpalast auf dem Kapitol zu Rom.

Die Erklärung begann mit der linken Hälfte

linker Mosaikausschnitt
Hier erkennt man immer wieder die aufrecht stehende Wölfin sowie ganz links oben die Axt als Sinnbild für die italienische Okkupationsmacht. Das Mosaik zeigt in diesem Bereich brennende und zerstörte Motive: Ruinen von Häusern, Fabriken, Dörfern, getötete Tiere und verbrannte Agrarwirtschaft.

Im Gesamtmosaik wird unten ein abgemagerter und von der Zwangsarbeit geschundener Körper mit hängendem Kopf dargestellt. Darüber wird der in Ketten liegende Mensch mit aufrechten Blick dargestellt, was für das Ende der Gefangenschaft steht.

rechter Mosaikausschnitt
Aus diesem Grunde wird in der rechten Mosaikhälfte eine gestürzte auf dem Rücken liegende Wölfin dargestellt. Die Wiederauferstehung der Region wird mit laufenden Tieren, blühender Landschaft und intakten Gebäuden und Orten symbolisiert. Man beachte rechts oben den roten Stern Jugoslawiens.

Gegenüber der Gedenkstätte sahen wir eine langgezogene Gedenktafel mit vielen Namen der Opfer und deren Geburtsjahr.


Außerdem gibt es dort diese Säule .
-

Auf dem Gelände zeigte uns Bobana noch einen Erdbeerbaum.


Nach dieser ergreifenden Führung durch Frau Bobana verließen wir die Gedenkstätte


um mit dem Bus zur Raber Altstadt aufzubrechen.



_______________________
Autor: Hartmut
Fotos: Annette und HMV 2008

Ausflugsbericht eines Details zur Busreise mit Leitner Reisen 2008 zur Insel Krk bzw. Rab


Zuletzt bearbeitet von Hartmut am 27.10.2008, 20:52, insgesamt 4-mal bearbeitet
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Suzi
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Anmeldungsdatum: 03.08.2006
Beiträge: 1536
Wohnort: Altenbeken (OWL), Neunkirchen/Saar

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BeitragVerfasst am: 12.10.2008, 13:36    Titel:

Hallo Hartmut!

Sehr interessanter Bericht. Ich kann auch nicht verstehen, dass euch die Busfahrer gesgat haben, dass der Rest Rabs uninteressant war. Ich war zwar selbst noch nicht dort, aber ich denke, dass es uns auch noch irgendwann dorthin führen wird. Und dann mit Sicherheit nicht nur nach Rab-Stadt.

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LG,

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Hartmut
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Beiträge: 5804
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BeitragVerfasst am: 12.10.2008, 13:44    Titel:

Suzi hat folgendes geschrieben:
Ich kann auch nicht verstehen, dass euch die Busfahrer gesgat haben, dass der Rest Rabs uninteressant war.

Es waren nicht die Busfahrer, denn die waren nur als Chauffeure aktiv.
Die Aussage stammt vom Verantwortlichen der kroatischen Reiseagentur depope, die für Leitner-Reisen vor Ort die Betreuung übernahm.

Suzi hat folgendes geschrieben:
Sehr interessanter Bericht. Ich war zwar selbst noch nicht dort, aber ich denke, dass es uns auch noch irgendwann dorthin führen wird. Und dann mit Sicherheit nicht nur nach Rab-Stadt.

Danke für die positive Resonanz.
Rab ist eine tolle Insel mit viel mehr als nur die Altstadt. Solltest Du mal dort sein nimm Dir die Zeit die Insel kennen zu lernen.

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BeitragVerfasst am: 12.10.2008, 15:51    Titel:

Danke für die Mitnahme zu diesem "schaurigen" Ort, wenn ich an das Geschehen damals dort denke, kriege ich Gänsehaut.

Also ich glaube nicht, so wie Diana auch, daß der Rest von Rab uninteressant ist. Was interessant ist, liegt doch glaub ich wohl eher immer im Auge des Betrachters.

Liebe Grüsse,
Alexa

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