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Das Projekt: Wir spenden für ein Kinderheim in Istrien
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Filip
Forum-Administrator
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Anmeldungsdatum: 29.09.2003
Beiträge: 7682


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BeitragVerfasst am: 30.11.2004, 14:20    Titel: Das Projekt: Wir spenden für ein Kinderheim in Istrien

Hallo zusammen,

wie bereits bekannt, sind wir vom Forumsteam bereits seit einiger Zeit auf der Suche nach einem passenden Kinderheim-Projekt in Kroatien, welches wir in Zukunft unterstützen wollen.

Wir haben nun ein Kinderheim-Projekt gefunden, was - wie uns gesagt wurde - ganz besonders viel Hilfe benötigt, denn es ist das erste Kinderheim dieser Art in Kroatien.

Anbei veröffentliche ich die Informationen, die ich vom Organisationsleiter Hr. Zgrablic erhalten habe.

*****************

Zum Kinderheim - Das Projekt

Gründung eines Kinderheims mit dem Namen
„KUĆA MILOSRĐA – HAUS DER BARMHERZIGKEIT“

Träger des Projektes ist die CARITAS DES BISTUMS POREČ-PULA (im Folgenden CARITAS).

Projektleiter ist der Direktor der CARITAS, Hochw. Milan Zgrablić. Mitarbeiter am Projekt sind Schwester Marzena (Veronika) Zajkowska und Rechtsanwalt Denis Jelenković.

Mitarbeitende Einrichtung ist die Region Istrien, Referat für Gesundheit und Sozialfürsorge unter der Leitung von Primarius Dr. Romanit Rojnić.

Problembeschreibung

Die Republik Kroatien hat sich in ihrer Verfassung dem besonderen Schutz der Familie und insbesondere der Kinder und der Gebrechlichen verpflichtet. In erster Linie nehmen die Eltern diese Verantwortung und dieses Recht war. Im Falle verantwortungslosen Verhaltens der Eltern in Bezug auf das Kindeswohl, sind die entsprechenden staatlichen Stellen zum Eingreifen bevollmächtigt. Dies ist ein heikles Gebiet, da sich häufig Fragen ergeben, die die Eingrenzung eines solchen Vorgehens berühren, besonders im Zusammenhang mit einem Eingriff in die Privatsphäre der Familie, mit dem Schutz des Privatlebens, der Unverletzlichkeit des Wohnung u. ä. Die Gesellschaft ermöglicht und erlaubt einen solchen Eingriff seitens staatlicher Stellen bei begründetem Verdacht auf Verletzung des Kindeswohles, sei es durch Vernachlässigung, Missbrauch o. ä.
Die Beobachtung solcher Phänomene offenbart einen Trend eines Anwachsens der Anzahl gemeldeter Fälle von Missbrauch und/oder Vernachlässigung von Kindern. Auf der anderen Seite können wir noch nicht mit dem Schutz betroffener Kinder zufrieden sein, da Schutzmaßnahmen, die in der Regel repressiven Charakter haben, erst dann zur Anwendung kommen, wenn schwere Folgen für die ordentliche psychophysische Entwicklung der Kinder (schwere körperliche Verletzungen, sexueller Missbrauch, grobe Verwahrlosung im Bereich der Erziehung und Bildung, Unterernähung des Kindes u. ä.) auftreten. Ebenfalls fehlen bei der heutigen Sorge um den Schutz missbrauchter Kinder ausreichende Kapazitäten für eine entsprechende Unterbringung und Behandlung sexuell missbrauchter Kinder ohne hinreichende elterliche Sorge.

Projektziele und Vorgehensweise

Das Projekt ruht auf fünf Grundpfeilern:

  • Vollendung der Einrichtung und Ausstattung des Gebäudes der „Kuća Milosrđa“
  • Ausbildung der Angestellten
  • Erste Phase der Arbeit mit missbrauchten Kindern
  • Dauerhafte Konzipierung von Arbeitsweise und Finanzierung der „Kuća Milosrđa“
  • Ausweitung des Netzes der Unterstützung auf lokaler und regionaler Ebene und Förderung von ehrenamtlichem Einsatz


Vollendung der Einrichtung und Ausstattung des Gebäudes der „Kuća Milosrđa“

Am Gebäude sind bisher die äußeren Bauarbeiten vollendet; d. h. alle tragenden Elemente und das Dach sind errichtet, äußere Zimmererarbeiten sind ausgeführt, die Fassade mit abschließendem Farbanstrich sowie die Außenanlagen sind fertig. Der Anschluss des Gebäudes an Wasser- und Stromzufuhr steht noch aus, genauso wie der Bau der Ummauerung des Grundstückes, die Verlegung des Bodens, Strom-, Gas und Wasserinstallation, Malerarbeiten und die Möblierung sowie die Ausstattung des Gebäudes mit dem notwendigen Inventar.
Das Gebäude hat eine Gesamtnutzfläche von etwa 330 m², verteilt auf drei Stockwerke. Im Keller befindet sich der für die Kapelle vorgesehene Raum, in der die Gottesdienste gefeiert werden sollen. Das Erdgeschoss hat 170 m² verteilt auf zwei Räume (mit zusammen fünf Betten), zwei Badezimmer, Flur, Küche, Vorratskammer, Speisesaal und Tagesraum. Das Dachgeschoss hat 140 m² verteilt auf zwei abgetrennte Bereiche mit eigenem Zugang. Ein Bereich umfasst zwei Zimmer (mit zusammen sechs Betten) und zwei Badezimmer, der andere Bereich ist für die Klausur der Ordensschwestern vorgesehen mit drei kleinen Zimmern, Teeküche mit Tagesraum, Badezimmer, Gästezimmer und Badezimmer sowie kleiner Kapelle zur Meditation.
Im gesamten Gebäude können also maximal elf Kinder mit drei Ordensschwestern leben.
Der Abschluss der Arbeiten an Einrichtung und Ausstattung des Hauses ist für Mai 2005 geplant.
Einrichtung und Ausstattung der Räume werden gemäß den Bestimmungen für Wohneinrichtungen für Kinder und Erwachsene und für deren Aktivitäten, sowie den Bedingungen hinsichtlich Raum, Einrichtung und erforderlicher fachlicher und übriger Ausstattung für Häuser der Sozialfürsorge (Narodne novine RH, Nummer 101/99 und 120/02) ausgeführt.

Ausbildung der Angestellten

Da es hier um Arbeit mit einer besonders empfindlichen Zielgruppe geht (sexuell missbrauchte Kinder), ist es notwendig, eine zusätzliche Ausbildung für alle fachlichen Mitarbeiter zu organisieren, die mit den Kindern in Kontakt kommen werden. In diesem Sinne sind schon Kontakte mit dem Polyklinikum für den Schutz von Kindern der Stadt Zagreb geknüpft worden. Die Ausbildung wird den Erwerb zusätzlichen Wissens für die Arbeit mit sexuell missbrauchten Kindern umfassen. Ziel ist es, Menschen auszubilden, die sich auf kompetente Weise mit dem dieser besonderen Problemstellung befassen können.

Erste Phase der Arbeit mit missbrauchten Kindern

Da die Vollendung der der Einrichtung und Ausstattung des Hauses für Mai 2005 geplant ist, bietet sich der daran anschließenden Zeitspanne bis zum Ende des Jahres 2005 eine erste Gelegenheit zur Arbeit mit missbrauchten Kindern (Pilotprojekt). In dieser Zeit werden Kinder in der Kuća Milosrđa auf Grund der Entscheidung des Zentrums für Sozialfürsorge untergebracht. Da die intensive Arbeit (Arbeit in Kleingruppen und teilweise in besonders schweren Fällen auch Einzelbetreuung) mit dieser Kategorie von Betroffenen noch nicht näher durch ausführliche Vorschriften geregelt ist, wird dieser erste Zeitabschnitt zum Erwerb notwendiger Erfahrungen dienen, die als Ausgangspunkt genutzt werden können, eine Erweiterung bestehender Vorschriften zu erreichen.

Dauerhafte Konzipierung von Arbeitsweise und Finanzierung der „Kuća Milosrđa“

Nach Ablauf der ersten Erprobungsphase, für die sechs Monate vorgesehen sind, ist für den Beginn des Jahres 2006 die dauerhafte Konzipierung der Arbeitsweise des Hauses geplant. Von dieser Zeit an wird die Finanzierung der „Kuća Milosrđa“ auf die Mittel zu gründen sein, die für die Übernahme von Aufgaben in der Sozialfürsorge für Kinder zur Verfügung gestellt werden. Die Übernahme solcher Tätigkeiten ist durch das Gesetz der Sozialfürsorge und durch weitere Vorschriften, die auf diesem Gesetz aufbauen, geregelt.
Das Kroatische Institut für Sozialarbeit hat die Sicherungen des Netzes der Häuser der Sozialfürsorge und der Tätigkeiten in der Sozialfürsorge, die von Glaubensgemeinschaften, bürgerlichen Vereinen und anderen in- und ausländischen juristischen oder physischen Personen übernommen werden übernommen. Nachdem dieses Netz gesichert ist, wird das Kroatische Institut für Sozialarbeit einen öffentlichen Wettbewerb für die Übernahme von Tätigkeiten in der Sozialfürsorge ausschreiben. Abhängig vom Erfolg im öffentlichen Wettbewerb, beziehungsweise vom Maße, in dem das Kroatische Institut für Sozialarbeit das Angebot zur Übernahme von Diensten in der Sozialfürsorge für eine bestimmte Anzahl von Kindern annimmt, wird ein entsprechender Vertrag darüber mit dem Dienstanbieter geschlossen. In diesem Vertrag werden Entgelt für die Dienstleistung, Zahlungsmodalitäten und Anzahl der Kinder, die der Fürsorge des Anbieters anvertraut werden, geregelt.

Ausweitung des Netzes der Unterstützung auf lokaler und regionaler Ebene und Förderung von ehrenamtlichem Einsatz

Was die materielle Unterstützung angeht, wird der Erfolg dieses Projektes in großem Maße von der Sensibilität der örtlichen und regionalen Gemeinschaft abhängen (die bisherigen Erfahrungen in dieser Frage sind mehr als ermutigend). Es ist allgemein bekannt, dass die Mittel, die von staatlicher Seite für die Übernahme dieser sozialen Aufgabe zur Verfügung gestellt werden, nicht genügen, um einen ausreichenden Qualitätsstandart der Betreuung missbrauchter Kinder zu gewährleisten.
Nicht weniger wichtig ist auch der Einsatz von Freiwilligen mit unterschiedlichen Qualifizierungen (sei es als Fach- oder auch als technisches oder Hilfspersonal). Daher wird man sich mit besonderer Aufmerksamkeit der Ausbildung von Freiwilligengruppen widmen, die befähigt werden sollen, den fest angestellten Mitarbeitern bei ihrer Arbeit in der Betreuung sexuell missbrauchter Kinder, fachliche und technische Hilfe mit hohem Qualitätsanspruch zu leisten.

Zielgruppe der Nutznießer

Das Projekt ist ausgerichtet auf den Schutz sexuell missbrauchter Kinder. Die örtlichen und räumlichen Gegebenheiten der Kuća Milosrđa erlauben eine Betreuung von Kindern im Alter von 6 bis 18 Jahren aus ganz Kroatien.

Ort des Projektes

Das Projekt wird ausgeführt in einem Gebäude im Dorf Majmajola, Stadt Vodnjan, Region Istrien. Das Gebäude gehört der Diözese Poreč-Pula.
Das Dorf Majmajola liegt vier Kilometer von Vodnjan und 15 Kilometer von Pula entfernt. Das bedeutet, dass im täglichen Leben notwendige Einrichtungen und Möglichkeiten für weitere Aktivitäten der Kinder und der Ordensschwestern, die mit ihnen leben werden, (Schule, ärztliche Versorgung, kulturelle Angebote, Sport- und Freizeitaktivitäten u. ä.) in wenigen Minuten erreichbar sind. Ein Fahrdienst kann in eigener Trägerschaft mit einem entsprechenden Fahrzeug (Kleinbus) organisiert werden.
Majmajola ist ein kleines und beschauliches Dorf, in dem nur einige Familien leben. Nichtsdestotrotz besteht das gesamte Netz kommunaler Infrastruktur (Straße, Strom, Wasser, Telefon). Die umliegende Landschaft ist sehr schön. Das Dorf ist umgeben von Weiden, Wald und von landwirtschaftlichen Nutzflächen (Wein- und Ölberge, Obstgärten) der Anwohner.
Um das Gebäude der Kuća Milosrđa befindet sich ein kleines begrüntes Gelände – ein Gartenland, das man besonders den Bedürfnissen der Kinder angepasst hat. Außerdem hat die Diözese Poreč-Pula in der unmittelbaren Umgebung der Kuća Milosrđa ein Grundstück mit einer Fläche von etwa 10.000 m² gekauft, mit der Absicht, dort eine Familienerholungseinrichtung zu errichten. Absicht des Vorhabens ist, die in der „Kuća Milosrđa“ betreuten Personen nicht zu isolieren, sondern sie in die örtliche Gemeinschaft zu integrieren mit dem Ziel, eine Umgebung zu schaffen, in der sie Annahme und Anerkennung finden.

*************

Hier noch einige Bilder von dem Gebäude:







Wie wir helfen können?

Bei den Gesprächen mit dem Organisationsleiter wurde deutlich, dass es sich hier um ein professionelles Projekt handelt, welches von der Regierung, der Caritas und der Kirche unterstützt wird. Es ist das erste Projekt dieser Art in Kroatien, mit dem auch bewusst Tabus in Kroatien gebrochen werden sollen. Mir (wie sicherlich auch Euch) geht das Thema sehr zu Herzen, so dass ich denke, dass wir als Gemeinschaft einen Beitrag für den Erfolg des Projektes leisten können.

Micha und Ini haben sich freundlicherweise bereit erklärt, einen Teil der Organisationsarbeit zu übernehmen. Finanzielle Spenden fließen auf ein extra dafür eingerichtetes Konto. Inwieweit auch Sachspenden angenommen werden können, werden wir Anfang nächsten Jahres klären, wenn wir uns direkt vor Ort mit den Projektverantwortlichen treffen werden.

Weitere Details folgen noch.

Ich bedanke mich im Voraus bei allen, die dieses Projekt unterstützen werden.

Viele Grüße,

Euer Filip

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